Brücken retten mit KI und BIM

Wie können wir bestehende Brücken länger, sicherer und wirtschaftlicher nutzen?

Dieser Frage widmete sich am 14. September die gemeinsame Veranstaltung „Brücken retten mit KI und BIM“ des BIM-Cluster-NRW und der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen im Baukunstarchiv in Dortmund.

Zum Auftakt betonte Dr. Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW und der Bundesingenieurkammer, die gesellschaftliche Bedeutung einer funktionierenden Infrastruktur. Innovative und digitale Methoden können dabei helfen, den Zustand von Bauwerken genauer zu erfassen und Erhaltungsmaßnahmen gezielter umzusetzen. Die fachliche Bewertung und Verantwortung bleiben jedoch bei den Ingenieur:innen.

Dr.-Ing. Otto Wurzer von WTM Engineers zeigte am Beispiel der Ertüchtigung der Donaubrücke Donauwörth wie Ingenieurkompetenz und neue Technologien in der Praxis zusammenspielen. Ziel des Projekts ist es, das Spannbetonbauwerk aus den 1960er Jahren durch gezielte Verstärkungsmaßnahmen zu erhalten und weiter zu nutzen.

Dabei kommen verschiedene innovative Ansätze zusammen: Zur Verstärkung des Bauwerks wird unter anderem Carbonbeton eingesetzt. Ein detailliertes BIM-Bestandsmodell bildet gemeinsam mit Vermessungsdaten und zerstörungsfreien Prüfverfahren die Grundlage für die Instandsetzungsplanung. Radar- und Ultraschallmessungen sowie KI-gestützte Auswertungsmethoden helfen dabei, Spannglieder und Bewehrungen innerhalb der Konstruktion präzise zu lokalisieren. Ein umfangreiches Bauwerksmonitoring soll anschließend den Erfolg der Ertüchtigungsmaßnahmen überprüfen.

Ein Beispiel dafür, welches Potenzial in der Verbindung von Erfahrung, Ingenieurwissen und digitalen Methoden steckt, wenn es darum geht, bestehende Infrastruktur nachhaltig zu erhalten.